Über Chepel

     

Chepel ist ein kleiner Ort auf 2300 m über NN mit ca. 400 Einwohnern im Distrikt Solu-Khumbu östlich der Hauptstadt Kathmandu. Die Khumburegion liegt im Nordosten Nepals an der Grenze zu Tibet und ist bekannt für den Sagarmatha-Nationalpark, der den Flughafen Lukla (Tenzing Hillary Airport) und das Dorf Namche Bazaar (3.440 m) als Hauptzugangspforten zu den Basecamps des Mount Everest sowie weiterer berühmter Gipfel beherbergt wie Lhotse, Nupste, Cho Oyu oder die Ama Dablam. Luftlinie sind es bis zum Mount Everest Basecampe keine 50 km, wenn man dorthin laufen möchte – eine andere Möglichkeit gibt es nicht – ist man 7 – 10 Tage unterwegs.

Einen Ortskern, wie wir ihn kennen, gibt es nicht. Das Dorf sieht eher aus wie 70 Häuser aus 2 km Höhe abgeworfen mit Mais- und Kartoffelfeldern um jedes Haus. Es gibt ein kleines Kloster, die Schule, seit 2017 das Kleinwasserkraftwerk, ein Häuschen mit einer Getreidemühle und die Wohnhäuser.

Da Chepel auf keiner Touristenroute liegt gibt es keine Lodges für Touristen. Und selbstverständlich gibt es nichts wie Restaurants doer Kinos (bis vor Kurzem gab es ja auch noch keinen Strom) und auch keinen Laden. Der Lebensmittelbedarf wird im Dorf selber angebaut oder im 4 Stunden – zu Fuß – entfernten Sotang beim „Freitags-Markt“ geholt, konkret auf dem Rücken getragen. Dort können auch Güter aus Chepel verkauft werden.

In Chepel wohnen zur Hälfte Sherpa und zur anderen Hälfte Rai.

Die Sherpa sind ein Bergvolk des Himalaya, das ca. im Jahr 1500 über die Pässe der Mount Everest Region von Tibet nach Nepal eingewandert ist. Die Bezeichnung des Volkes stammt aus dem Tibetischen: “Shar“ bedeutet „Osten“, „pa“ steht für „Volk“ oder „Menschen“. Es gibt ca. 180.000 Sherpa, die vor allem im Norden Nepals leben (Solukhumbu, Rolwaling, Langtang, Helambu). Die Hauptreligion von über 90% der Sherpa ist der Buddhismus. Ihre Sprache stammt von einem tibetischen Dialekt ab, sie nennen sie „Sherpa language“. Sherpa tragen eine besondere Tracht. So haben Sherpafrauen häufig eine bunt gestreifte Schürze über ihrem einfarbigen Rock an.

Die Schule und das Communication Center incl. Bücherei

Die beiden größten und auch die wirklich einzigen großen Gebäude in Chepel sind die beiden Schulgebäude mit je 4 – 5 Klassenräumen. In dem oberen Gebäude auf dem Bild hier befindet sich seit 2017 auch das Kommunikations-Zentrum mit dem Computer und dem Drucker sowie der Bücherei mit nepalesischen und englischen Büchern. Die Bücher ist einmalig in der ganzen Gegend und ist auf Basis einer Initiative und Spendensammlung der Partnerschule von Chepel, der Nibelungenschule in Heppenheim, entstanden.

Hinter dem 4. Berg

Auf diesem Bild sieht man – selten genug – die Bergmassivkette hinter Chepei (über 6000 m hoch) hinter der dann die 8000er kommen. Chepel liegt rechts hinter dem 4. Bergkamm. Von diesem Punkt aus kann man Chepel, wenn man recht flott unterwegs ist, in ca. 6 Stunden zu Fuß erreichen. Man muss hierfür aber nochmals ca. 1200 Höhenmeter hinuntergehen, über die große Hängebrücke, und dann die 1200 Höhenmeter wieder hochsteigen.

Über eine lange Hängebrücke

Um nach Chepel zu gelangen, muss man den Dudh Khosi, den Milch-Fluss, überqueren, und zwar mit Hilfe dieser ca. 250 m langen Hängebrücke. Dort heißt es immer: Mütze gut festhalten oder ausziehen, denn es geht stets ein starker Wind. Auf dieser Höhe ist es subtropisch und man ist immer froh, wenn man in Chepel oben ankommt und die Temperaturen wieder erträglich werden.

Viel grün, viele buddhistische Flaggen, seit 2017 auch Strom

In Chepel ist alles grün. Im Winter friert es teilweise wochenlang, aber es wird nicht eisig kalt, und in den Monsun-Monaten von Mai bis September wimmelt es nur so von Blutegeln. Die Geräusche der Vögel sind herrlich. Bei sehr guter Sicht sieht man hinter den bewaldeten Bergen die ganz hohen Gipfel mit über 6000 m (wie den Mera Peak).

Die kleine Gompa

Ganz am oberen Ende von Chepel liegt die kleine Gompa, das Kloster von Chepel. Es wird komplett einvernehmlich von den Sherpa, die Buddhisten sind, und den Rai – Hindu – genutzt.